Reittherapie Brigitte Schmidt
 
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Warum tiergestützte Therapie mit Hilfe des Hundes?

Mensch und Hund: eine der ältesten Symbiosen der Menschheitsgeschichte.

Tiere spielen eine wichtige Rolle in unserem Leben:
Sie können unser Wohlbefinden steigern, soziale und individuelle Bedürfnisse befriedigen und sogar unser soziales Verhalten ändern.
Immer häufiger werden Hunde eingesetzt, um auch Entwicklungen in pädagogischen und therapeutischen Bereichen zu unterstützen.

Hunde können durch ihr Verhalten, das von Achtung, Wärme, Empathie und Echtheit gekennzeichnet ist, einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Entwicklung und Erziehung von Kindern beitragen, sowie die Lebensqualität des Menschen steigern.
In der humanistischen Psychologie nach Carl Rogers wird belegt, daß Menschen ihre eigenen Kräfte zur Überwindung seelischer Probleme, negativer Erfahrungen und belastenden Alltagsproblemen dann gut mobilisieren können, wenn sie
  • bedingungslose positive Zuwendung erfahren,
  • wenn ihnen empathisches Verstehen entgegengebracht wird und
  • wenn ihre Äußerungen ohne zu zweifeln und ohne zu urteilen aufgenommen werden.
Hunde mobilisieren unsere Kräfte durch ihre positive Zuwendung, welches z.B. deutlich wird durch:
  • ihr aktives Zugehen auf den Menschen,
  • den deutlichen Ausdruck von Freude,
  • Angebote zum Spiel, streicheln....

Durch Achtung und Empathie

Hunde reagieren wert- und vorurteilsfrei auf menschliches Verhalten, da Tiere die zivilisatorischen Normungen des Verhaltens nicht kennen (Prof. Erhard Olbrich).
Sie gehen freundlich und offen auf den Menschen zu, erlauben direkte körperliche Nähe, behandeln alle Menschen gleich und passen sich ihrem Gegenüber an. Durch das wert- und vorurteilsfreie Verhalten des Hundes kann dieser als akzeptierender und geduldiger Partner erlebt werden.
Individuelle Bedürfnisse des Menschen nach Liebe, Beachtung und Anerkennung können befriedigt werden.
Durch den Hund findet eine direkte emotionale Kommuniktation statt. Soziale Bindung und Zugehörigkeit kann erlebt werden.

Durch die wesenseigene Echtheit

Hunde verhalten sich immer so, wie es ihrem momentanen Empfinden entspricht, sie zeigen ihre Gefühle unmittelbar. Bewußtes, verantwortungsvolles, vorausschauendes Agieren wird gefördert, da die Auswirkungen des menschlichen Verhaltens vom Hund unmittelbar gespiegelt werden. Durch seine Reaktion gibt der Hund eine direkte Rückmeldung.
Dadurch kann das eigene Verhalten und dessen Auswirkungen bewußter erlebt werden und eine Reflexion ermöglichen. Eine Sensibilisierung auf das eigene Verhalten kann damit gefördert werden, der Mensch kann lernen, mit sich, seinen Mitmenschen und Situationen angemessen umzugehen.

Für wen ist die tiergestützte Therapie mit Hilfe des Hundes geeignet?

Zum Beispiel für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • mit AD(H)S ( Aktivität als auch Entspannung erleben ) oder Autismus
    z.B. in Kombination mit Hund und Pferd
  • Verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche
    ( z.B.: Beziehungsaufbauschwierigkeiten, aggressives Verhalten, Konzentrationsmangel, Hyperaktivität, emotionale und soziale Diskrepanzen)
  • um soziale Interaktion und Kommunikation zu lernen und zu vertiefen
  • um die Kommunikationsfähigkeit zu steigern
  • um die Entwicklung von sozialer und emotionaler Kompetenz zu fördern
  • um Beziehungen aufzubauen und
  • Verantwortung zu übernehmen
Tiergestützte Therapie mit Hilfe des Hundes bietet für jeden Menschen eine Möglichkeit:
  • Ängste abzubauen
  • Vertrauen aufzubauen
  • Das Verhalten und die Körpersprache des Hundes zu beobachten, kennenzulernen und verstehen zu lernen
  • Körperbewußtsein und Körpergefühl zu fördern
  • Selbstbewußtsein zu steigern
  • Achtung, Wärme, Empathie und Echtheit teilen, erfahren und genießen, um daraus Kraft zu schöpfen für das ( alltägliche ) Leben

Was unterscheidet das Pferd und den Hund in der therapeutischen Arbeit?

Wesensart des Hundes ist der deutliche Ausdruck seines Empfindens, die sofortige klar ersichtliche Reaktion auf menschliches Verhalten.
Das Pferd reagiert weniger offensichtlich; es wedelt z.B. nicht mit dem Schweif, um Freude auszudrücken.
Das Wohlbefinden des Pferdes drückt sich in entspannter Haltung aus, das des Hundes im Spielangebot.
Die Ruhe, Gelassenheit und Größe des Pferdes steht im Gegensatz zum agilen, spielfreudigen Hund.
Der Hund hat seine Stärken im sozialen und emotionalen Bereich, das Pferd im körperlichen. Der seelische Bereich ist gleichgestellt.

Dadurch ergeben sich vielseitige Möglichkeiten, Pferd und Hund dem Anliegen entsprechend gezielt einzusetzen.